Luther u. Heimburg

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Martin Luther und Heimburg

- ODER -

Ein Dokument voller Rätsel

(enträtselt von I. Glogowski)

Im Sommer 2003 kamen gleichzeitig mit den Dienstakten der Gemeinde einige Unterlagen, die dem Heimatverein Heimburg gehören, als Depositum in das Stadtarchiv Blankenburg. Dort werden alle Archivalien aufgenommen, verzeichnet und dann in feuersicheren Räumen auch diebstahlgeschützt aufbewahrt. Unter den übergebenen Akten befand sich ein Briefumschlag, der verschiedene Schriftstücke, die von der Gemeindeassistentin aufgrund des alten Schriftbildes oder fehlenden Angaben nicht zugeordente werden konnten, enthielt. Nachdem die von Frau Abel bereits ordentlich aufgelisteten Aktentitel abgelegt waren und Eingang in ein Findbuch fanden, nahm sich die Mitarbeiterin des Stadtarchivs auch den genannten Umschlag vor. Insgesamt zehn unterschiedliche Handschriften lagen vor ihr. Es war erkenntlich, dass es sich bei einer davon augenscheinlich um keinen Brief handelte. Was war es dann? Das Schreiben sah folgendermaßen aus:

Für alle, die der alten deutschen Schrift nicht mehr mächtig sind, die „Übersetzung“:

                                                 1 C     15

                              Absorpta est Mors in Victoriam
                                     Jesaja 25  (Vers 8)

                             darunter hebräische Schriftzeichen
                            precipitavit Mortem in eternum

        Weil Adam lebt (das ist sundiget) verschlinget der Tod das Leben.

        Wenn aber Christus stirbt (das ist gerecht wird) verschlinget das Leben den T.

                                                       Des sey Gott gelobt das Christus

                                                                             stirbt und recht

                                                                             behelt

                                                                             Martinus Luther

                                                                             1 5 4  3

Na, auch stutzig geworden? Da die Archivarin erst seit der „Wende“ im Amt und religiös nicht gebunden ist, bat sie den ev.Pfarrer in Blankenburg, Herrn Lundbeck, um Hilfe. Das Pfarrerehepaar, welches sogleich herbeieilte, äußerte die vage Vermutung, dass es sich um eine Originalhandschrift von Martin Luther handeln könnte. Inhalt ist ein Bibelvers aus Corinther (Kapitel) 1, Vers 54. Jesaja 25, Vers 8 beinhaltet dasselbe. Die lateinischen und hebräischen Schriftzüge habensinngemäß  ebenfalls denselben Inhalt („Der Tod ist verschlungen in den Sieg“, „Er verschlingt den Tod auf Ewigkeit“, „Er hat den Tod überwunden in Ewigkeit“). Neben dem Text befindet sich ein siegelähnlicher Abdruck mit der Lutherrose. Diese erfand Luther und benutzte sie, um seine Schriftstücke als Urheber zu kennzeichnen. Schon zu seinen Lebzeiten wurden seine Handschriften kopiert und gefälscht. Und nun?

Kurzerhand scannte Pfarrer Lundbeck das Dokument in seinen Computer und sandte es an die Leiterin des Landeskirchlichen Archivs in Wolfenbüttel. Diese wiederum wollte auch nicht ausschließen, dass es sich um ein Original handeln könne, doch da müssen Lutherexperten her. Also wurde die Lutherstadt Wittenberg angemailt. Doch oh Schreck, es tauchten plötzlich Computerviren auf und es ging vorläufig nichts mehr. Dabei war es doch gerade so spannend und es gab unheimlich viele Fragen zu klären!

Was ist das z.B. für ein rotes Gebilde, welches sich auf dem oberen Schriftteil, also den lateinischen und hebräischen Zeilen befindet? Sieht es nicht aus, wie eine Hirschstange neben einem Helm mit aufgeklapptem Visier? Gab es etwa eine Verbindung zu den Regensteiner Grafen? Lebten diese damals eigentlich noch und was hatten sie mit der Reformation oder Martin Luther zu tun? Kannten sie Luther etwa? Oder war Luther einmal im Harz, in Heimburg sogar? Macht das alles überhaupt einen Sinn? Vielleicht stammt das Papier gar nicht aus dieser Zeit und alles ist eine Fälschung?

Haben Sie eine Idee, wie es weitergehen könnte ? Viel Spaß beim Raten!