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Zur Geschichte der Heimburger Kirche

Dagmar Reimann: Chronik der Gemeinde Heimburg, 1995

Bereits 1256 wird ein "Hardewicus piebanus in Hernborch" ein Pfarrer in Heimburg erwähnt. Der Chronist Johann Georg Leuckfeld berichtet, daß 1293 das Konvent in Michaelstein der Kirche von Heimburg "achte- halb Mark Silber für die Berckenthalischen Mühle und ihrem Zubehör" gegeben hat. Über das Alter des Kirchenbaus sagen die Quellen wenig. Die ältesten Erwähnungen beziehen sich auf die 1422 und 1589 gegossenen Glocken 1521 hat der lutherische Prediger Johann Kruse seinen Dienst in Benzingerode begonnen. Graf Ulrich XI. von Blankenburg (erwähnt 1499-1551) wurde ein Anhänger des evangelischen Glaubens. Das Luthertum hat sich in dieser Zeit auch in den anderen Orten der Grafschaft durchgesetzt. Während des Bauernkrieges (1524/25) wurden die Kirchen der benachbarten Ortschaften größtenteils geplündert und teilweise zerstört. Ob die Heimburger Kirche ein ähnliches Schicksal erlitt, ist nicht überliefert. Während des 3Ojährigen Krieges (1618-48) , besonders im Jahr 1638, wurden Benzingerode und Heimburg stark verwüstet. Die Kirchen verloren dabei Gerätschaften im Wert von 221 Talern.

Die Pastoren von Heimburg waren bis 1718 gleichzeitig Prior des Klosters Michaelstein. Da die Klosterkirche während des Bauernkrieges zerstört wurde, hatten die Bewohner von Michaelstein bis zum Bau ihrer neuen Kirche einen "Stand" irn Heimburger Gotteshaus entsprechend ihrer Stellung besaßen die Einwohner bestimmte Mannes- und Frauenstände, also ihren persönlichen Platz in der Kirche

Die Pfarrer waren auch Vorsitzende des Hospitals und der Schule. 

Das Hospital wurde 1557 durch Graf Ernst von Blankenburg gestiftet und die Heimburger Schule im Jahr1600 erstmals urkundlich erwähnt.

Auf dem Merianstich von 1650 ist eine Dorfkirche abgebildet, deren Aussehen der heutigen ähnelt.

Der große Brand von 1705 zerstörte auch die Pfarrei. Sehr viele Unterlagen gingen dabei verloren Die Kirche wurde durch das Feuer nur beschädigt die Uhr mußte erneuert, die Glocken geflickt und ein Loch im Dach mit Brettern zugeschlagen werden 24 Zentner Schiefer wurden neu vernagelt.

Im Zeitraum von 1724-1726, während der Regierungszeit Ludwig Rudolphs, erfolgte ein Um- und Ausbau der alten Kirche Der Herzog stiftete 1725 eine von Amold Geyer in Nordhausen gegossene Glocke. An der großen alten Glocke von 1589 trat im Jahr 1766 ein Sprung auf, so daß sie nicht mehr genutzt werden konnte. Von einem Glockengießer aus Braunschweig wurde eine neue gefertigt.

Den Kirchenbau leitete der Maurermeister Vogt unter Aufsicht des Bauschreibers Swibbe. Als Steinmetz arbeitete der Meister Hebekost. Ihre Namen, sowie die des Herzogs Ludwig Rudolph, des Amtmannes und des Schulmeisters wurden in die Grundsteine eingemeißelt.

Die Kirche erhielt eine barocke Turmhaube, einen Kanzelaltar, neue Bänke und einen Taufengel.

Der geschnitzte und bemalte Engel fiel im 18 Jh. mehrmals von der Wandbefestigung und wurde dabei stark beschädigt. 1794 stiftete Amtsrat Diederich als Ersatz einen barocken Taufstein. 1965 wurde der noch vorhandene Engel restauriert und an seinem ursprünglichen Platz befestigt.

Die Altarbemalung übernahm 1744 der Hofmaler der Herzogin Luise. Ölgemälde (Christi Taufe und Abendmahlszene) und geschnitzte Figuren (Petrus und Paulus) bilden neben Säulen und Giebelwerk den hauptsächlichen Schmuck des Kanzelaltars mit Marmorimitation. Der Heimburger Philipp Anton Kettel stiftete für diese Arbeiten 100 Taler.

Die feierliche Einweihung der "neuen" Trinitatiskirche fand am ersten Sonntag nach Ostern 1726 in Anwesenheit der Herzogsfamilie statt.

Zum Andenken an den Umbau der Kirche ließ der Herzog eine silberne fast talergroße Gedenkmünze prägen, auf der eine Figur abgebildet ist, die mit einer Hand auf den Altar zeigt. Zu beiden Seiten stehen tempelartige Gebäude und im Hintergrund sind Berge zu erkennen Die Münze ist mit dem Namenszug Herzog Rudolphs und der Jahreszahl des Kirchenumbaus-1726-versehen.

Die Kiche besaß 2 silberne Abendmahlkelche. In einem gotischen Kelch ist der Name "Jesus" und in einem von 1763 datierten der Name des Stifters Diederich eingraviert.

 

Die alte Orgel wurde 1871 von einem Orgelbauer aus Herzberg durch eine neue ersetzt. Die Kosten betrugen 1843 Taler. 1965 restaurierte man die Orgel nochmals.

Die Kugel und eine Wetterfahne wurden 1726 vom Schieferdecker Conrad Wapen aus Blankenburg aufgesetzt Reparaturen und Vergoldungen erfolgten in den Jahren 1818, 1874 und 1985. In der Kugel enthaltene Schriften hinterließen Nachrichten aus dem 18. und 19. Jh.

Die Kirche ist ein rechteckiger Bau aus Bruchsteinmauerwerk in Ost/ West -Orientierung. Die Längsseiten weisen jeweils 2 Türen und 3 Rundbogenfenster auf. Die westliche Turmtür ist flachbogig und wahrscheinlich 1726 nicht erneuert worden. An der Südseite schließt sich der Kichhof an. An der SüdlOst -Ecke befindet sich ein Kellergewölbe mit einem seperaten Zugang von Osten, welches heute als Heizugskeller genutzt wird.

Im inneren westlichen Teil ist die von Säulen gestützte Empore mit darüber befindlicher Galerie und Orgel angeordnet

An den Kirchenwänden stehen und hängen Grabsteine und Epitaphe aus Sandstein und Marmor. Die meisten sind älter als 1724 und befanden sich dem nach schon vor der Erneuerung der Kirche dort. 1708 kostete eine Grabstelle in der Kirche 4Taler, für eine Stelle auf dem Kirchhof mußte 1 Taler gezahlt werden. Die Frau des Pastors Linde bekam 1723 eine Stelle in der Kirche für 3 Taler, der Amtsrat Diederich zahlte 1746 für eine Grabstelle seiner Frau 20 Taler.

Auf dem alten Friedhof neben der Kirche befinden sich zwei stark beschädigte Denkmale. Der eine Stein ist dem 1789 gestorbenen Pastor Grimm gewidmet und zeigt einen Blattkranz und eine stark verwitterte Inschrift. Der zweite erinnert an seine bereits 1766 verstorbene türkische Frau. Während der Türkenkriege kam sie als Mädchen nach Deutschland und nahm den christlichen Glauben an. Sie wurde Hofdame der Herzogin Luise und heiratete auf deren Wunsch 1747 den Pastor Grimm.

Der alte Kirchhof wurde bis 1823 als Begräbnisplatz benutzt. Den südlichen Teil überließ man der Gemeinde als Zimmererplatz. Ab 1822 verlegte man den Friedhof auf den Rosenhagen. Die erste Grabstelle wurde für den Amtmann Eggeling vergeben. Als dieser Platz ebenfalls zu klein wurde, verlegte man den Friedhof ein weiteres Mal auf die Neuhausköpfe. Am 24. Apri11857 fand dort die erste Beerdigung statt. Durch Zukauf von Domänenland wurde er später noch erweitert und wird bis heute genutzt.

Zur Erinnerung an den 400. Geburtstag Martin Luthers pflanzte man 1883 an der Nordseite der Kirche die Linde.

Bei der Renovierung von 1964 wurde die beschädigte, barocke Deckenmalerei übertüncht und die alten bleiverglasten Fenster entfernt. Obwohl die Heimburger Kirche in den Kunstführern eine geringe Beachtung findet, ist sie eine Besichtigung wert.

 

Pastoren in Heimburg

Andreas Michael (vor 1630)
Johannes Steckius (vor 1630)
M. Andreas Benedictus Cuppius (1630-39)
Andreas Corvinus (1640-44)
Rembertus Schrader (1645-63)
Andreas Gelpke (1663-1702
Conrad Andreas Breymann (1702-18)
Erich Sigmund Unde (1718-57)
Christjan Moritz Grimm (1757-89)
Justus Henrius Schmidt (1790-1800)
Carl Georg Herrold (1800-14)
J. August Ziegeler (1815-47)
P. Aug. Wilhelm Niemeyer (1848-83)
J. C. Friedrich Rölecke (1884-86)
C. Aug. Wilh" Franz Schaumann (1886-99)
Pfarrer Kellner (1900)
Pfarrer Meyer (1901-33)
Pfarrer Kleemeyer(1933-35)
Pfarrer Lindemann (1936-53)
Pfarrer Bauer (1953)
Pfarrer Braunschön (1954-64)
Pfarrer Düsterdick (1965-68)
Pfarrer Stiller (1972-93)
Pfarrer Andreas Werther (Dezember 1994 - Juli 1997)
Pfarrer Holger Engelbrecht (Januar 1998 - März 2001)
Pfarrerin Irene Sonnabend (Seit 30.06.2002

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